Manche Kosten gehören zu gleichen Teilen aufgeteilt, andere zum Zimmer
Die Miete ist der Streit, den alle erwarten. Die Nebenkosten sind das, was die WG wirklich zermürbt, weil sie jeden Monat kommen und nie gleich aussehen. Die entscheidende Frage ist nicht „Wie teilen wir die Kosten auf?“, sondern welche Kosten zu gleichen Teilen gehören und welche zum Zimmer – sobald du das beantworten kannst, ist die Rechnung einfach.
Internet, Streaming und der Rundfunkbeitrag sind für alle in der WG derselbe Dienst: Wer im Zimmer ohne Balkon wohnt, streamt genauso viel wie die Person mit Balkon, also ist eine gleiche Aufteilung hier fair. Heizung, Strom und Wasser richten sich nach der Fläche, die du bewohnst. Ein großes Zimmer mit zwei Heizkörpern und drei Fenstern kostet mehr zu heizen als ein kleines Innenzimmer, also gehören diese Kosten ehrlicherweise zu wem auch immer das größere Zimmer hat. Alles gleich aufzuteilen lässt die Person mit dem günstigen Zimmer heimlich einen Teil der Heizkosten der anderen mittragen.
Der Fehler ist, im Januar neu zu verhandeln, wenn die Heizkostenabrechnung kommt. Einigt euch beim Einzug auf die Regel, wenn noch niemand weiß, wer davon profitieren wird, und wendet sie dann auf die jeweilige Summe an. Eine Regel, die hinter diesem Schleier des Nichtwissens gewählt wird, kann später jeder akzeptieren, weil keiner wusste, auf welcher Seite er landen würde.
Nebenkosten fair auf eine unfaire Miete aufzuteilen, verteilt die Ungerechtigkeit nur gleichmäßiger. Berechne zuerst die Miete, sodass jedes Zimmer einen Preis trägt, der widerspiegelt, was es für die Person darin wirklich wert ist, und addiere danach die gemeinsamen Kosten. Fair Divider nimmt einen Betrag für gemeinsame Kosten zusammen mit der Miete entgegen und liefert eine Gesamtsumme pro Person: Miete plus Anteil, als eine einzige Zahl, die du zahlen kannst.
Drei Mitbewohner zahlen zusammen 1.000 € Miete. Eine faire Aufteilung bepreist die Zimmer mit 420 €, 330 € und 250 €. Die gemeinsamen Kosten des Monats belaufen sich auf 150 €: 45 € Internet und 105 € Gas und Strom.
Im Verhältnis zur Miete aufgeteilt werden aus den 150 € dann 63 €, 49,50 € und 37,50 €, sodass die Gesamtsummen 483 €, 379,50 € und 287,50 € betragen. Gleich aufgeteilt sind es 50 € pro Person, also 470 €, 380 € und 300 €. Keins von beidem ist falsch – das eine folgt der Heizung, das andere dem Router. Wählt, was zum größten Teil der Kosten passt, dann weiß jeder, was er schuldet.
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