Das größere Zimmer sollte mehr kosten – aber wie viel genau?
Ist ein Schlafzimmer deutlich größer als ein anderes, überfordert eine gleichmäßige Aufteilung der Miete stillschweigend denjenigen, der das kleine Zimmer bekommt. Doch die Differenz allein aus der Wohnfläche zu schätzen, übersieht Licht, Grundriss und Lärm. Fair Divider bepreist jedes Zimmer danach, was Menschen tatsächlich bereit sind zu zahlen – so spiegelt sich der Größenunterschied fair wider, auf den Cent genau.
Es ist verlockend, die Miete proportional zur Wohnfläche aufzuteilen. Doch zwei gleich große Zimmer können sehr unterschiedlich viel wert sein: Das eine bekommt Morgenlicht und einen ruhigen Innenhof, das andere liegt an einer belebten Straße. Die Fläche ist ein Ausgangspunkt, keine faire Antwort – entscheidend ist, wie viel jedes Zimmer den Menschen wert ist, die dort wohnen.
Gebt jedes Zimmer ein und lasst jeden Mitbewohner zu den aktuellen Preisen das Zimmer wählen, das er bevorzugt. Der Preis des größeren Zimmers steigt nur so lange, bis die Person, die es haben möchte, es weiterhin bevorzugt – und niemand sonst tauschen würde. Das ist der faire Größenaufpreis, ermittelt durch Präferenz statt durch eine Formel, und die Beträge ergeben immer exakt die Miete.
Die Miete beträgt 1.400 € für ein großes 16-m²-Zimmer und ein kleines 9-m²-Zimmer. Gleichmäßig geteilt zahlt jeder 700 € – ein klarer Gewinn für denjenigen, der das große Zimmer ergattert.
Bei einer neidfreien Aufteilung könnte das große Zimmer mit 820 € und das kleine mit 580 € bepreist werden. Die Differenz von 240 € spiegelt nicht nur die zusätzliche Fläche wider, sondern alles, was das größere Zimmer bietet – und zu diesen Preisen würde keiner der beiden tauschen wollen. Die Summe ergibt weiterhin 1.400 €.